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Führung × Motivation × Selbstverantwortung
Ein Fachbeitrag von Lorenz P. Zwahlen | 16.10.2026 | Lesezeit ca. 6 Minuten
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Warum Menschen Sinn selbst finden müssen – und weshalb Führung trotzdem viel damit zu tun hat.
Man sieht es immer öfter: Menschen, die neben der Arbeit nur noch funktionieren. Wenig Eigensinn, kaum eigene Vorhaben. Der erste Impuls ist ein Urteil über Haltung oder Einsatz. Die Forschung legt eine andere Lesart nahe: Es ist weniger eine Frage des Charakters als eine Frage der Bedingungen.
Mehrere Erhebungen aus den USA zeigen ein ähnliches Bild. Sie lassen sich nicht eins zu eins auf die Schweiz übertragen, geben aber eine Richtung vor:
Zahlen erklären allerdings nicht, warum das so ist. Dazu lohnt sich ein Blick auf zwei Denker, die sich mit Sinn und Handeln beschäftigt haben.
Der Wiener Psychiater Viktor Frankl hat den Menschen als Wesen beschrieben, das nach Sinn sucht. Sein zentraler Gedanke: Sinn kann nicht gegeben werden, er muss gefunden werden – und zwar von jeder Person selbst, in ihrer konkreten Situation.
Das hat eine unbequeme Konsequenz: Niemand kann einem anderen Menschen Sinn geben. Keine Führungskraft, kein Leitbild, kein Purpose-Statement an der Wand.
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Sinn ist Selbstverantwortung: das eigene Leben in die Hand nehmen, statt es sich füllen zu lassen.
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Der Psychologe Albert Bandura hat gezeigt, dass die Überzeugung, etwas bewirken zu können, vor allem aus eigenen Erfahrungen entsteht. Die stärkste Quelle von Selbstwirksamkeit sind Situationen, in denen man etwas selbst bewältigt hat.
Daraus folgt eine Umkehrung, die im Alltag oft übersehen wird: Wir warten gerne auf Motivation, bevor wir handeln. Oft ist es umgekehrt. Erst das Tun schafft den Glauben an die eigene Wirksamkeit – und damit die Motivation, weiterzumachen. Auch in der Psychotherapie wird dieser Gedanke genutzt: Bei der sogenannten Verhaltensaktivierung beginnt die Behandlung bewusst mit kleinen, machbaren Handlungen.