Über Weiterbildung, Selbstbild und die Frage, wo echte Entwicklung beginnt.
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Ein Zertifikat ist kein Ausweis für Reife. Es ist ein Werkzeugkasten.
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Nach einem Semester in Arbeits- und Organisationspsychologie bleibt mir weniger der Stoff. Den kann man nachlesen.
Was bleibt, ist eine Beobachtung: Wer Probleme grundsätzlich bei anderen sucht, schützt oft vor allem das eigene Selbstbild. Aus Widersprüchen werden dann Erzählungen zu eigenen Gunsten. Und aus Reflexion wird Rechtfertigung.
Polo Hofer hat das im Lied «Wie ne Falter zum Füür» volksnah auf den Punkt gebracht:
«Si predige Wasser u suufe Wy.»
Am Ende einer Weiterbildung erhalten alle dasselbe Zertifikat. Damit treten sie vor Arbeitgeber, Teams und Mandate – mit dem Signal: Ich habe verstanden, wie Organisationen funktionieren. Ich kann Menschen entwickeln.
Doch was jemand mit dem Werkzeugkasten anfängt, entscheidet der Mensch – nicht das Diplom.
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Echte Entwicklung beginnt dort, wo jemand bereit ist, sich selbst infrage zu stellen. Nicht dort, wo ein Zertifikat es suggeriert.
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«Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.»
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Ein Gedanke, eine eigene Erfahrung, auch Widerspruch – ein paar Zeilen genügen.
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